Wirbewegen.Schule ist eine Erweiterung der Ursprungs-Initiative „SchultanzwochenDE“ und versteht sich als Dienstleister für eine musisch-kulturelle Bewegungserziehung. Wir möchten einen Ausgleich für den Verlust an natürlichen Bewegungs- und sozialen Entfaltungsräumen schaffen, denn diese spielen eine zentrale Rolle im Kindes- und Jugendalter. Wir bieten vielfältige Möglichkeiten für das Spielen, Darstellen, Tanzen und Gestalten aus und mit der Bewegung. Gründer der Initiative ist Patrick Decavele.

Wir sind

– Ansprechpartner für Schulen, Jugend- und Kultureinrichtungen, Träger Offener Ganztagsbetreuung, Schul-, Kultur- und Bildungsbehörden
– Vermittlungsstelle von erfahrenen Künstlern, Choreografen und Pädagogen
– bundesweit an Schulen tätig und mit über 200 durchgeführten „wirbewegen.schule“-Projekten ein erfahrenes Team.

Warum Tanz?
Der Tanzsport leistet vielfache Beiträge zur Bildung. Er baut Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Verantwortlichkeit und Disziplin auf. Er entwickelt soziale Fähigkeiten. Ermöglicht, sich Kompetenzen über Führung oder Organisation anzueignen. Er trägt zu einer Verbesserung der körperlichen und geistigen Fitness bei. Das Erlernte im Sport hilft darüber hinaus, Aufgaben im Leben und im Beruf besser zu bewältigen. Der Vorteil: Sport erreicht alle Altersgruppen und findet in jeder Altersstufe statt.

Die Tanzkunst leistet einen spezifischen Beitrag zur Bildung, u. a.: ästhetische Bildung, visuelle Kompetenz, selbstorganisiertes Lernen, experimentieren, Sensibilisierung zur Wahrnehmung, ganzheitliches Lernen: mit Kopf, Herz und Hand, Möglichkeiten der Ich-Erfahrung und Ich-Stärkung.

Wir sehen JEDEN als Tänzer – da sich unsere Ansprüche an Bewegungsästhetik und Fitness und die eines Leistungstänzers nur im Maß und nicht in der Art unterscheiden.

Die Musik dient ergänzend als Ausdrucks- und Kommunikationsmedium. Sie verbindet und schafft Gemeinschaft.

 

Gelegenheiten für Welterfahrungen und Erfahrungswelten bieten
Kinder und Jugendliche brauchen Konversationsräume, in denen sie Anerkennung erhalten, die ihnen womöglich in der Schule versagt bleibt. Anerkennung, die sich einerseits aus einem peniblen Blick auf die sie prägende und von ihnen zu ergründende und gestaltende Welt mit ihren vielfältigen Wechselbeziehungen von Text, Bild, Ton, Material, Bewegung, Tempo, Farbe, Licht, Schatten, Raum und Zeit ergibt. Aufmerksamkeit, die andererseits auch benötigt wird für die Einflussnahme auf die Gestaltung eben dieser Welt. Der  Aufwand müsste nicht immer hoch sein, wohl bedacht aber die Haltung, in der den Heranwachsenden begegnet wird: vornehmlich einer des Vertrauens (in die Selbstbildungsfähigkeit der Lernenden) und der des Anders-Verstehens (aus der heraus die Bereitschaft zur Generierung und Artikulierung eigener Sichtweisen befördert werden kann). Angestrengte Bildungsbemühungen sind nicht erforderlich. Sie dürften ohnehin wenig erfolgreich sein. Es geht eben nicht darum, den Kindern und Jugendlichen zu sagen: „Ich will, dass du liest, singst, tanzt, malst etc.“, sondern ihnen von Artisten eines Faches glaubwürdig von Erfahrungswelten erzählen lassen, damit sich die Zuhörer zu eigenem Sehen, Fühlen, Handeln entschließen.“ (vgl. http://www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=698&start=80&display=5, Stand: 09.09.2017)

Ästhetische Erfahrungen bieten Orientierung und stiften Sinn
Außerschulische Bezugs- und Beziehungsangebote kunst- und kulturpädagogischer Art können in vielfältiger Hinsicht positiv wirken. Die Heranführung von jungen Menschen an Kunst (im weitesten Sinn), an Gegenstände und Situationen, die ästhetische Erfahrungen ermöglichen, dient dabei nicht dem Ziel, formale Qualifikationen sicherzustellen. Kunst ist vielmehr von zentraler Bedeutung für die Persönlichkeitsbildung. Denn derartige Angebote können durch die Institution Schule und mit deren Mitteln nur begrenzt hergestellt werden. Wenngleich Schule sich aufgefordert sieht, Aspekte des ästhetischen Lernens grundsätzlich auch unterrichtlich zu berücksichtigen. So verweisen die Bildungsstandards für den Primarbereich auf den „Beitrag des Faches Deutsch zur Bildung“: „Im kreativen Umgang mit Sprache erfahren sie die ästhetische Dimension von Sprache.“ Oder die Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss: „Den Heranwachsenden bietet dies die Voraussetzungen, Interesse zu entwickeln und am kulturellen Leben teilzunehmen. Sie erfahren auf diese Weise, welche Bedeutung kulturelle Traditionen und ästhetische Vorstellungen für die gesellschaftliche Entwicklung haben, […]“.“ (vgl. http://www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=698&start=80&display=5, Stand: 09.09.2017)

„Schülerinnen und Schülern kann in soziokulturellen Projekten, die Fähigkeiten und Fertigkeiten ansprechen, dazu verholfen werden, ein verbessertes Verhältnis zu ihren eigenen Leistungsmöglichkeiten zu entwickeln und diese auch zu zeigen. Vorrangig geht es um die Förderung des Selbstwertgefühls einerseits, des fremdkulturellen Einfühlungsvermögens andererseits – letztlich darum, einen inneren Kompass zu finden, der aus einer bewusst eingenommenen Position heraus entsteht und der hilft, Individualität in Verbundenheit mit anderen gelingen zu lassen. Anbahnungen von ästhetischen Erfahrungen, die Kooperation und gemeinschaftliches Tun voraussetzen, können hierfür besonders zweckdienlich sein.“ (vgl. http://www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=698&start=80&display=5, Stand: 09.09.2017)

Autor: Prof. Dr. Wilfried Wittstruck